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Ich bin eine notorische Stockräuberin !

Wie ihr wisst , habe ich in letzter Zeit verstärktes Rückruf-Training mit meiner Trainerin Romana gehabt. Wir haben an verschiedenen Orten trainiert und Romana hat zu meinem Frauchen gemeint, ich wäre eine Musterschülerin. Frauchen hat sich zwar sehr gefreut, aber sie war auch ein wenig skeptisch. Sie weiß ja, dass mich mein überschäumendes Temperament oft verleitet einfach Gas zu geben und dann brauche ich halt ein klein wenig Zeit bis ich reagiere. Aber das ist jetzt vorbei, habe ich mir vorgenommen. Das Üben mit Romana war aber auch wirklich toll ! Einmal haben wir uns am Sandstrand bei der Donau mit vier anderen blauen Doggen- der Gerti, dem Gustl, dem Georg, dem Dobby und zwei Chihuahuas getroffen . Ich hatte meine Rudelschwester Emily und Livi, eine Hundefreundin mit. Wir durften gemeinsam spielen und ich wurde immer wieder aus dem Spiel herausgerufen. Aber das fand ich gar nicht so schlimm, weil ich so viel gelobt wurde. Außerdem ganz unter uns, die vier waren so ein eingeschworenes Team, denn sie leben in einem Rudel, da habe ich mich erst einmal langsam und vorsichtig eingebracht in das Spiel. Zuerst bin ich nur mit Georg gelaufen, aber dann sind wir alle über den Strand gefetzt.  Dazwischen bin ich eben immer zu Frauchen, wenn sie gepfiffen hat. So macht das Lernen Spaß !

Am Wochenende konnte ich mein gutes Benehmen dann gleich unter Beweis stellen, weil meine Schwester Fina hat zum Geburtstag ihres Rudelbruders Fudge und dessen Freundin Goia eingeladen. Schon das Einkaufen der Geschenke hat mir gefallen . Wir waren in unserer Stamm-Tierhandlung, wo ich bekannt bin und sowieso immer mit Leckerlis und Streicheleinheiten verwöhnt werde und haben Spielzeug für die beiden Geburtstagshunde ausgesucht. Da ich aber am 14.Feber einen halben Geburtstag hatte, durfte ich mir auch einen Bären mitnehmen.

 

Auf der Party waren wir sieben Hunde. Zwei Doggen, nämlich Fina und ich , zwei Golden Retriever- George und Iduna-, die Schäferhündin Goia und ein Yorkshire Terrier, meine Rudelschwester Emily. Obwohl wir uns vorher nicht alle gekannt haben, verstanden wir uns auf Anhieb.

 

Das Geburtstagsmenü war fulminant ! Es bestand aus drei Gängen . Die Vorspeise war Fisch mit Roter Rübe, dann gab es roten Reis mit Gemüse und Huhn . Den krönenden Abschluss aber bildete ein wahres Kunstwerk von Hundetorte, das jedem Konditor Ehre gemacht hätte, aus pürierter Leber mit Magerschlagobers verrührt , am Rand mit Leckerlis und oben mit Himbeeren und Bananen verziert.

 

Alles lief harmonisch ab, denn jeder war mit seinem Teller beschäftigt. Ihr könnt euch vorstellen, wie wir geschmaust haben und dass es dann nicht schwer war sich hinzulegen und brav zu sein, während unsere Begleiter verköstigt wurden. Später durften wir dann noch im Garten toben. Auch an diesem Abend habe ich mich von meiner Schokoladenseite gezeigt !

 

Aber das kleine Teufelchen in mir schläft halt nicht immer und so habe ich zu Frauchens großem Missmut ein neues Hobby entdeckt ! Jedem Hund, der mir mit Stock entgegenkommt, nehme ich diesen als Wegpfand ab . Uije- und Frauchen nimmt ihn mir gleich wieder ab oder ruft schon im Vorfeld NEIN.

Wie schon einmal erwähnt, sie kann eine richtige Spassbremse sein.

Wenn ich den Stock aber schon habe, versuche ich ihr schnell ins Gebüsch zu entwischen. Und dann ist das mit dem Rückruf halt wieder so eine Sache. Ich weiß ja, dass ich meine Beute hergeben muss, da kennt sie kein Erbarmen. Also lass ich mir ein bisschen Zeit, eh nicht zu lang, ich will ja nicht dass Frauchen ganz böse auf mich ist. Also sind wir wieder so weit, die nächsten Trainingseinheiten bei meiner Hundetrainerin sind gebucht, da helfen mir auch meine morgendlichen Schmusestunden mit Frauchen nichts, da ist sie unerbittlich.

 

Eines muss ich euch noch erzählen. Neulich nachts gehen Emily und ich mit Herrchen um 23 Uhr unsere abendliche Runde. Wir wohnen in einer ruhigen Gasse, wo abends kaum Autos fahren. Links und rechts der Straße sind Häuser und davor je ein Gehsteig, am Straßenrand parken die Autos. Wir gehen also harmlos mit Herrchen in der Mitte der Straße, um unser Geschäft zu erledigen, als plötzlich hinter einem der Autos ein Kopf auftaucht und eine Stimme panisch schreit : " Bitte, nein  ! Halt !" Natürlich habe ich nicht gewusst, was ich von der plötzlichen Schreierei halten soll und habe zu bellen begonnen und Emily hat mich tatkräftig unterstützt. Worauf die arme Person, es war eine junge Frau, wie wir dann gesehen haben, in totaler Panik davongelaufen ist . Dabei hat sie mich mit ihrem Geschrei mindestens so erschreckt wie ich sie durch meine Größe. Schade, dass sie nicht weiß, dass ich ein Schmusedöggelchen bin. Frauchen sagt , ich bin ihr Diamant- halt noch ein wenig ungeschliffen !

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